Mir sinn wieda daheeme

Der letzte von drei Heimflügen zwischen Quito in Ecuador und Dresden startet in Frankfurt. Schon am Abfluggate schallt uns der breite heimische Dialekt der Sachsen entgegen. Da wird uns langsam bewusst, dass wir gleich wieder heeme sinn. Aber so schnell geht es dann doch nicht, mit dem wirklich Ankommen.

Die Zeit vergeht, war ja klar. Sechs Monate sind aber so plötzlich rum, das wir uns verwundert die Augen reiben, als wir statt am laut-chaotischen Plaza del Santo Domingo in Quito an der sonnenbeschienenen Elbe in Dresden stehen. Hier, am Ort den wir Heimat nennen, fühlt es sich auf einmal ganz fremd an. Die Wege durch die Stadt finden sich zwar wie von alleine – viel hat sich ja nicht geändert, zumindest nicht im Hechtviertel. Aber das Gefühl passt noch nicht hierher, vielleicht braucht es doch länger als die 20 Stunden Rückreise von Ecuadors Hauptstadt bis zu der von Sachsen.

Selbst das Ausräumen der Rucksäcke dauert lange.

Nach der ersten Verwirrung finden wir uns ganz langsam mit den Tatsachen ab und auch wieder zurecht. In der Wohnung, die seit zwölf Jahren unser zuhause ist, stehen wir schon weniger hilflos herum. Zuerst findet sich nur schwer, was wir suchen: In welchem Schrank sind nochmal die Gläser? Wo liegen die Ausweise und die EC-Karten? Wie war das Passwort für den seit Dezember nicht mehr angeschalteten Rechner nochmal? In welcher Ecke könnte die Ersatzglühbirne für die versteckt sein, die 176 Tage nach dem Ausschalten nicht mehr angehen mag? Es ist ja nicht so, dass wir uns weigern, wieder hier sein zu wollen. Ich habe mich sogar darauf gefreut. Aber mit all den Erlebnissen von sechs Monaten und sieben durchreisten Ländern im Kopf, scheint nur langsam Platz für das Wiederhiersein zu werden. Das wird sich aber schnell ändern, denn jetzt sehen wir euch Freunde und Familie Stück für Stück ganz real, livehaftig und in Farbe wieder. Und das ist sehr gut.

Am Tag drei nach der Landung in Klotzsche wird es also Zeit, den so ganz anderen Alltag vom Unterwegssein in der Welt abzulegen. Zu dem gehört ja auch das Blogschreiben. Von dem verabschiede ich mich jetzt und hier – aber nicht, ohne mich bei euch Lesern (und natürlich Leserinnen) zu bedanken, die unsere zweite große Reise in Wort und Bild verfolgt und an unseren Erlebnissen teilgehabt haben. Es war ein schönes Gefühl zu wissen, dass jeden Tag ein Dutzend oder mehr Menschen, die uns so viel bedeuten und wichtig sind, die Beiträge angeklickt haben. Wir hoffen, euch hat das Lesen und Angucken so viel Spaß gemacht, wie es uns gemacht hat, zu Schreiben und die Fotos auszuwählen. Hoffentlich können wir euch in wenigen Jahren wieder einladen, ein paar unserer Erlebnisse zu verfolgen.

3 Gedanken zu „Mir sinn wieda daheeme&8220;

  1. Schön, dass ihr wieder zu Hause seid.
    Vielleicht sehen wir uns ja bald mal in Lipprechterode und ihr könnt über eure Reise berichten.
    Kommt wieder gut im Alltag an.

  2. Willkommen zu Hause ihr zwei! Danke für die tollen Bilder und Texte, die uns Daheemegebliebenen wieder etwas mehr von der großen weiten spannenden Welt gezeigt haben. Ich freue mich schon auf euren Reisevortrag 🙂

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