Am Nabel der Welt

Mexikos Hauptstadt hat enorm viele Gesichter und hält immer wieder Überraschungen parat. Unsere ersten Eindrücke:

Mexiko Stadt war bei den Azteken der unumstrittene Nabel der Welt, das wird aus dem alten Namen Tenochtitlan abgeleitet. Und der Nabel der heutigen Hauptstadt ist der Zocalo, der seinen Namen vom Sockel eines nie vollendeten Denkmals hat und Amerikas ältester und größter Stadtplatz ist. Dort finden sich so viele Jahrhunderte eng beieinander: der erst vor ein paar Jahren wiederentdeckte Templo Mayor, der Haupttempel der aztekischen Stadt, die die Spanier zerstört und abgerissen haben. Eine ganze Seite des 240 Meter breiten Zocalo wird vom Palacio National eingenommen, den sich der spanische Eroberer Cortés 1521 als Residenz erbauen ließ. Wenige Jahre später haben die Eroberer am Hauptplatz begonnen, die Catedral Metropolitane aus Steinen eines Aztekentempels zu bauen, heute die größte Kathedrale des amerikanischen Kontinents. Gleich um die Ecke beginnt die Calle Madero, eine pulsierende Einkaufsstraße, auf der man das moderne Mexiko hautnah erleben kann.

Auch im heutigen Mexiko bieten (moderne) Azteken rituelle Säuberungen an.

Und wir sind mittendrin. Unser Hostel liegt nämlich direkt hinter der Kathedrale mit entsprechend phantastischem Blick. Vom Zocalo aus erobern wir fünf Tage lang die Megastadt. Wir beginnen mit der Geschichte, der nonverbalen. Im Palacio National schauen wir uns nach nur einer halben Stunde anstehen riesige Wandgemälde an, die von den ersten Ureinwohnern über die Azteken und die Spanier bis Marx und Kapitalismus alles Wichtige aus Mexikos Geschichte darstellen.

Das Kontrastprogramm ist die Calle Madero, eine extrem volle und unheimlich laute Einkaufsstraße, auf der man herrlich die Leute beobachten kann. Die sind bunt gemischt aus allen Landesteilen in der 22-Millionen-Stadt gekommen, manche mit Maya- oder aztekischem Aussehen, manche mit europäischem Einschlag. Aber alle sind aufgeschlossen, nett und freundlich – das erleben wir und sind von Stadt und Menschen sehr angetan.

Die Lichter der 22-Millionen-Großstadt.

Am Ende der Straße warten gleich zwei Highlights, der Palast der schönen Künste (Palacio de Bellas Artes), ein schmuckes neoklassizistisches Haus, innen im Art Déco-Stil. Gleich daneben thront der 178 Meter hohe Torre Latinoamericana, ein kantiges Stahl- und Glas-Hochhaus. Er bietet die beste Aussicht auf die pulsierende Metropole von ganz oben: ein unendlich wirkendes Häusermeer, verstopfte Straßen und Smog … aber mit total entspannten, fröhlichen Familien auf der Aussichtsplattform.

Von da sehen wir schon die Orte, Parks und Museen, die wir in den kommenden Tagen ansehen wollen. Aber wir lassen davon lieber die Bilder sprechen …

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